GaLaBau-Betrieb investiert: Funkgesteuerte Mulchraupe für Extremlagen

MÖNCHENGLADBACH, 27.11.2017 – Vor einem Jahr investierte Sebastian Osthaus, Inhaber und Geschäftsführer der Plum Garten+Landschaft GmbH, in die funkgesteuerte Raupe MDB Green Climber LV500 von Vogt. Warum die Wahl auf diese Raupe fiel und was sie auszeichnet, darüber sprach die B_I galabau mit dem GaLaBau-Unternehmer.

Von Ebba Stoffregen

Funkgesteuerte Raupe MDB Green Climber LV500
Die funkgesteuerte Raupe MDB Green Climber LV500 arbeitet sich mühelos durch den hohen Aufwuchs am Hang. Sie kommt hier 2-3 Mal/Jahr zum Einsatz.

Vor vier Jahren übernahm Sebastian Osthaus das 1979 von Arno Plum gegründete GaLaBau-Unternehmen Plum mit Sitz in Mönchengladbach. Für Osthaus war klar, dass er sich nach seiner GaLaBau-Ausbildung, Gesellenzeit und seinem Studium an der FH Osnabrück (Baubetrieb und Landschaftsbau) selbstständig macht. „Ich habe Plum mit dem Ziel übernommen, den Betrieb in einer klassischen Nachfolgeregelung weiterzuführen und auszubauen“, sagte Osthaus. Mittlerweile hat er den Betrieb „erheblich umgebaut“. Der Chef hat fünf feste Teams aus Meistern, Technikern und Gesellen zusammengestellt, die entweder für vegetations- oder bautechnische Aufträge im Umkreis von ca. 60 km unterwegs sind. Darüber hinaus hat sich im Betrieb vor allem die Kundenstruktur verändert: „Wir übernehmen heute verstärkt gewerbliche Aufträge und betreuen gemessen am Jahresumsatz zu 90 % gewerbliche Kunden wie u.a. Kommunen, Wohnungsbaugenossenschaften sowie Straßen- und Tiefbauunternehmen.“

Neuer Auftrag, neue Maschine

Ein neuer Pflegeauftrag führte Osthaus vor ca. 1,5 Jahren dazu, seinen Fuhrpark zu erweitern und sich auf die Suche nach einer Mulchraupe zu machen, die in extremen Hanglagen ferngesteuert arbeitet. Konkret ging es bei dem Auftrag um einen Lärmschutzwall mit einem Böschungsneigung von mehr als 50°, der am Rande der Stadt Rheinberg als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für ein Gewerbegebiet gebaut wurde. Nachdem sich der Firmeninhaber zwei Geräte verschiedener Hersteller vorführen ließ, überzeugte ihn das Komplettpaket der Vogt GmbH. Das Unternehmen unter der Leitung von Wolfgang Vogt setzt neben weiteren Marken auf die italienischen Hersteller Dragone (Mulchspezialist) und MDB (Spezialist für funkgesteuerte Raupenfahrzeuge). Beide Hersteller blicken auf langjährige Erfahrung zurück und entwickeln Profimaschinen, für die Vogt als Generalimporteur den deutschen und österreichischen Markt bearbeitet.

Der Motor der Mähraupe
Die Batterie für die Funkfernbedienung ist durch das integrierte Ladegerät (Kasten) jederzeit austauschbar. Im Notfall können alle Funktionen der Raupe auch per Kabel gesteuert werden.

Mähraupe mit 48 PS

Entsprechend präsentierte Vogt dem GaLaBau-Chef die Green Climber LV500, eine 48-PS-starke ferngesteuerte MDB Mähraupe. Sie wird über einen Vier-Wege-Joystick ferngesteuert, der eine Ein-Hand Bedienung für alle Bewegungen des Raupenfahrwerks erlaubt. Die zweite Hand ist frei für das Bedienen z.B. von Anbaugeräten. Die Fernsteuerung hat eine Reichweite von 300 m, sodass der Bediener Abstand zu Gefahrenzonen halten und gleichzeitig ergonomischer arbeiten kann. Bei Störung der Funkverbindung wird die automatische Motor-Stopp Funktion ausgelöst. Sollte es zu technischen Störungen z.B. bei zu hoher Temperatur kommen, erhält der Bediener ein akustisches und ein visuelles Signal. Die MDB-Raupe diente bei der Vorführung als Geräteträger für einen Dragone-Mulchkopf mit einer Arbeitsbreite von 1,30 m (Standard). Mit seinen rund 1,5 kg schweren und speziell gehärteten Hammerschlegeln zerkleinert er Geäst mit einem Durchmesser von bis zu 80 mm.

Leistung überzeugt

„Das Schnittbild ist gut, die Maschine und vor allem auch der Mulchkopf sind robust und massiv gebaut. Die Raupe bietet genug Leistungsreserven und sie läuft trotz hoher PS-Zahl ruhig“, sagte Osthaus am Hang in Rheinberg. Ausschlaggebend für den Kauf im Jahr 2016 und damit für eine Investition in Höhe von über 50 000 Euro waren darüber hinaus die absolute Kippsicherheit auch bei maximaler Hangneigung und die weiteren Einsatzmöglichkeiten, die durch Anbaugeräte möglich sind. „Derzeit bieten wir über 25 Anbaugeräte für unsere MDB Raupen an. Dank der Schnellwechselaufnahme Quick-Release kann z.B. zügig von einem Schlegelmulchkopf auf einen Forstmulcher oder eine Baumstumpffräse umgerüstet werden“, ergänzte Vogt. Das gute Schnittbild, was Osthaus überzeugte, erklärte Vogt mit dem Doppel-Spiralrotor. Die spiralförmige Anordnung der Dragone-Hammerschlegel würde eine enorme Sogwirkung erzeugen, die auch plattgedrücktes Material hochziehe und zerkleinere. „ Im Vergleich zum Freischneider hat sich gezeigt, dass wir je nach Gelände das 5-7 fache an Zeit einsparen,“ ergänzte Osthaus.

Osthaus und Vogt beim Testen der Mähraupe
Einsatz am Rande der Stadt Rheinberg:
Firmeninhaber der Plum Garten+Landschaft
GmbH, Sebastian Osthaus (li.), und Vogt
Vertriebs-und Marketingchef Andre Vogt.
| Fotos: Stoffregen

Technische Finessen und Service

Die Kippsicherheit, die an steilen Hängen wichtig ist und die auch den GaLaBau-Unternehmer überzeugte, wird durch ein ausfahrbares Kettenwerk erreicht. „Die Spurbreite der Kette kann um 40 cm auf 1,70 m ausgefahren werden. Das führt zu einer deutlich besseren Hangstabilität und Bodenhaftung. Die Raupe kann zwar rutschen, aber nicht kippen. Sie ist kompakt gebaut, hat einen tiefen Schwerpunkt und der automatische Hangausgleich unterstützt den Bediener“, so Vogt. Acht Führungsrollen und ein separater Hydraulikmotor pro Kette würden zudem für einen optimalen Lauf sorgen. „Das spezielle Kettenfahrwerk verhindert, dass die Kette bei korrekter Spannung abspringt“, erklärte Vogt. Praktisch sei zudem die hydraulische Seitenverschiebung des Mulchkopfes um 400 mm nach rechts und 400 mm nach links. Arbeiten könnten so unter oder direkt an Hindernissen vorbei erledigt werden. In Wassernähe sei ein größerer Sicherheitsabstand möglich. Weitere Details wie die patentierte Dauerschmierung des Motors in extremer Hanglage, der Cleanfix Umkehrlüfter, der den Kühler von Schmutz befreit, sowie die hydraulische Aushebung für die Höheneinstellung des Anbaugeräts sind laut Vogt ebenfalls technische Finessen, die die Green-Climber auszeichnet. Den GaLaBau-Chef Osthaus überzeugten diese Details und auch das Team habe ihm bisher nur positive Rückmeldung gegeben. „Dazu kommt, dass der Kontakt zu Vogt auch nach dem Kauf gut ist“, sagte Osthaus. bi