Schlauchlining

Foto: Rohrsanierung Jensen

Schlauchlining ist das in der grabenlosen Kanalsanierung am häufigsten eingesetzte Renovierungsverfahren. Der Einsatzbereich reicht von Abwasserleitungen in der Grundstücksentwässerung mit einem Durchmesser ab DN 100 bis zu großen Sammlern bis DN 2000 mit unterschiedlichen Querschnittsprofilen.

Grundsätzlich wird beim Schlauchlining ein aus einem Trägermaterial hergestellter Schlauch mit einem Harz imprägniert. Auf der Baustelle wird dieser auf den Rohrdurchmesser und die Haltungslänge bemessene Schlauch so in den zu sanierenden Kanal eingebracht, dass er formschlüssig und faltenfrei an der Rohrwandung anliegt. Anschließend erfolgt die Aushärtung des Harzes und es entsteht ein neues, statisch tragfähiges Rohr im Rohr. Die Technikfamilie der Schlauchliningverfahren unterteilt sich in zwei Aushärteverfahren: Die Warmhärtung (Wasser oder Dampf) und die Lichthärtung.

Sanierung eines Großprofiles mit dem warmhärtenden
Schlauchlining-Verfahren. Foto: A. zu Eulenburg

Warmhärtung

Bei den warm härtenden Verfahren kommen als Trägermaterialien überwiegend Filze aus Synthesefasern zum Einsatz. Bei einer werkseitigen Imprägnierung wird der konfektionierte Schlauch gekühlt auf die Baustelle geliefert. Das Imprägnieren des Liners mit dem Harz kann mit der erforderlichen Ausrüstung auch auf der Baustelle erfolgen. Diese Variante beschränkt sich aber in der Regel auf kleine Rohrdurchmesser. Das Einbringen des Liners in den Kanal erfolgt über eine Schachtöffnung. Je nach Verfahren wird der Schlauch entweder mit einer Winde eingezogen oder mit Wasser- bzw. Luftdruck in die Haltung inversiert (eingestülpt). Wasser- bzw. Luftdruck sorgen auch dafür, dass sich der Schlauch aufstellt und an die Rohrwandung anlegt. Die Wärmezufuhr zum Aushärten des Harzes erfolgt entweder durch das Aufheizen des Wassers oder durch die Zufuhr von heißem Dampf.

Lichthärtung

Bei den später entwickelten lichthärtenden Verfahren bestehen die Trägermaterialien in der Regel aus Glasfasern. Die vorkonfektionierten Schläuche werden lichtdicht verpackt auf die Baustelle geliefert und mit einer Winde in den Kanal eingezogen. Das Aufstellen der Liner erfolgt mit Druckluft. Zum Aushärten wird eine Lichtquelle mit einer definierten Geschwindigkeit durch den Liner gezogen. Zu den Vorteilen der lichthärtenden GFK-Liner gehören die kurze Einbauzeit und der im Vergleich zur Warmwasserhärtung geringe Energieverbrauch.
Die lichthärtenden Verfahren haben bei der Sanierung von Hauptkanälen in den zurückliegenden Jahren ihren Marktanteil gegenüber der Warmwasserhärtung deutlich ausgebaut und ihr Durchmesserspektrum auf bis zu 1800 mm erweitert. Doch auch die klassische Warmwassertechnologie hat nach wie vor bei entsprechenden Randbedingungen (Grundwasser, Bögen in der Haltung, große Haltungslängen) ihre Einsatzbereiche. Als jüngste Entwicklung haben sich Systeme am Markt etabliert, die auch bei der Sanierung von Anschlussleitungen und Grundstücksentwässerungsanlagen mit lichthärtenden Harzen arbeiten. Hier werden auch Lichtquellen mit LED-Technik eingesetzt, die im Vergleich zu den in diesem Anwendungsbereich verbreiteten dampfhärtenden Verfahren besonders schnell und energieeffizient arbeiten.
Zu den Vorteilen der lichthärtenden GFK-Liner gehören die
kurze Einbauzeit und der im Vergleich zur Warmwasserhärtung
geringe Energieverbrauch. Foto: BKP Berolina

Parallel zu der technischen Entwicklung des Schlauchlining wurde in Deutschland ein umfangreiches Regelwerk erarbeitet, das eine weitgehende Kontrolle des fertigen Produktes auf der Baustelle und ein enges Netz der Qualitätssicherung beinhaltet. Deshalb gilt Schlauchlining als das am intensivsten überwachte Kanalsanierungsverfahren.