Pflasterklinker bringen Charme zurück nach Fanö

NOTTULN, 23.10.2017 – Seit diesem Sommer hat Fanø Bad wieder eine einladende Strandpromenade. Ihr Flair hat sie vom Kopenhagener Architekturbüro MASU Planning zurückerhalten. Mit dem natürlichen Charme eines ausgesuchten Klinkerpflasters ist die Tristesse aus den 80er Jahren in dem dänischen Ferienort damit Vergangenheit.

Pflasterklinker in Fanö Bad
Im Gegensatz zum Beton und Asphalt, die vorher das Erscheinungsbild von Fanø Bad dominierten, verleiht das großzügige Klinkerpflaster der Strandpromenade Charakter. | Foto: Steffen Sten

Für viele Deutsche ist Urlaub an der dänischen Westküste der Inbegriff der Erholung. Viele kommen mit ihrer Familie jedes Jahr, um sich hier „durchpusten“ zu lassen. Und nicht wenige von ihnen kennen den Dänemark-Urlaub aus ihrer Kindheit in den 70er Jahren, als Ferien in Skandinavien groß in Mode waren. Beliebt war auch die Insel Fanø, rund fünf Kilometer von der Westküste gelegen, die zweitnördlichste Insel im dänischen Wattenmeer. Fanø Bad, ein kleiner Ort im Westen der Insel, war seit den 1890er Jahren der erste touristische Badeort des Landes mit europäischer Bedeutung. Von diesem Glanz war hundert Jahre später allerdings nichts mehr zu spüren. In den 80er Jahren brachen die Besucherzahlen ein, der Ort geriet in Verfall. An die Stelle historischer Gebäude aus dem 19. Jahrhundert traten Betonbauten, statt einer einladenden Promenade für Fußgänger gab es eine stark befahrene Straße, statt Bänken mit Meerblick gab es Parkplätze, so weit das Auge reicht.

Strandweg in Fanö Bad
Die gepflasterte Oberfläche erstreckt sich bis auf den Sand der Dünen, als gäbe es keine Grenze zwischen Natur und Stein. | Foto: MASU Planning

Neuanfang mit Pflasterklinker

Ein Projekt zur Neugestaltung der Strandpromenade in Fanø Bad, durchgeführt vom Kopenhagener Architekturbüro MASU Planning, gibt dem Badeort nun seinen einstigen Zauber wieder. Einen wichtigen Beitrag dazu liefern Pflasterklinker aus dem Nottulner Ziegelwerk Hagemeister. Auf rund 1.800 Quadratmetern Fläche verleihen sie der neuen Strandpromenade ein einheitliches Gesamtbild und definieren den Ortskern. „Die Idee war, die Gegend optisch durch einen einheitlichen Straßenbelag zu einen“, so Sune Oslev, Landschaftsarchitekt bei MASU Planning. Dabei erinnert das Klinkerpflaster an das einstige Erscheinungsbild der Promenade und harmoniert gleichzeitig mit der heterogenen Architektur in der Umgebung.
Um Fanø Bad als Urlaubsort wiederzubeleben, wurden die Geh- und Fahrradwege vergrößert, während der Autoverkehr verlangsamt und eingeschränkt wurde. Zudem gibt es für die Besucher wieder zahlreiche Sitzgelegenheiten bis hin zu komfortablen Unterschlupfmöglichkeiten in Form von modern anmutenden Strandkörben, um sich vor Wind und Wetter zu schützen.

Pflastersortierung für Fanö Bad
Fließende Übergänge zwischen Natur und Stein: Die Pflasterklinker ergänzen und wiederholen die Farben von Wasser, Himmel, Sand und Muscheln. | Foto: Steffen Sten

Farbtöne aus der Natur

Für das Projekt wurde eigens eine Objektsortierung entwickelt, eine farbliche Mischung aus Gelb- und Grautönen mit charakteristischen Kohlebrandakzenten, die Küstenlandschaft mit einbezieht. „Wir wollten einen langlebigen Stein, der die Farben des Wassers, des Himmels, vom Sand und von den Muscheln ergänzt und wiederholt“, erklärt Sune Oslev. Die Verbindung von Landschaft und Pflaster haben die Architekten von MASU Planning dabei wörtlich genommen: Die gepflasterte Oberfläche erstreckt sich bis auf den Sand der Dünen. „Als gäbe es gar keine Grenze zwischen Natur und Stein“, sagt Sune Oslev.

Neu belebt

Die neue Strandpromenade in Fanø Bad wurde im Juni 2017 – weniger als zwei Jahre nach der Projektausschreibung – eingeweiht und wird von Einwohnern und Besuchern gleichermaßen gut angenommen und frequentiert. Die Verbindung der Promenade zur einzigartigen Natur und die Identität des Badeortes leben wieder auf – und weiter. „Im Gegensatz zum Beton und Asphalt, die vorher das Erscheinungsbild von Fanø Bad dominierten, altern natürliche Materialien wie Pflasterklinker gut“, so der Landschaftsarchitekt. „Sie bekommen mit der Zeit Patina und Lebensspuren, die ihnen nur noch mehr Charakter verleihen.“

Die Neugestaltung der Strandpromenade in Fanø Bad, durchgeführt vom Kopenhagener Architekturbüro MASU Planning, gibt dem dänischen Badeort seinen einstigen Zauber wieder. | Foto: MASU Planning