Dachgeschoss ertüchtigt: Leichtbeton für Dresdens Langen Gang

HALLERNDORF, 13.12.2017 – Das Dachgeschoss des berühmten Langen Gangs in Dresden wurde kürzlich mit Leichtbeton ertüchtigt. Die Ausfachung bildet die stabile Basis für die Haustechnik, die zum Schutz vor dem Elbe-Hochwasser aus dem Keller hierher verlagert wird.

Langer Gang in Dresden
Seit Februar wird in Dresden der zerstörte „Lange Gang“ aus dem 16. Jahrhundert wiederaufgebaut. | Foto: Christoph Münch/DML BY

Seit Mitte der Achtzigerjahre wird der Dresdner Schlosskomplex saniert und wiederaufgebaut. Die Anlage mit dem Residenzschloss, dem Taschenbergpalais, dem Georgenbau, dem Stallhof und dem Johanneum war seit dem 16. Jahrhundert Sitz der sächsischen Kurfürsten und Könige und wurde Ende des Zweiten Weltkriegs nahezu komplett zerstört. Aktuell wird seit Februar 2017 unter anderem der um 1586 errichtete „Lange Gang“ des Stallhofs zwischen Georgenbau und Johanneum wiederaufgebaut. Er besteht zum Innenhof hin aus einer offenen Säulenhalle, unter der die Zuschauer die höfischen Turniere auf der Ringstechbahn verfolgten. An der anderen Seite zur Augustusstraße hin trägt der „Lange Gang“ auf rund 23.000 Meißner Porzellanfliesen den sogenannten Fürstenzug: ein Wandbild mit den sächsischen Markgrafen, Herzögen, Kurfürsten und Königen. Im Obergeschoss befindet sich der Lange Saal, in dem ab 1731 die Gewehrgalerie eingerichtet war und der heute vom Verkehrsmuseum genutzt wird. Bis Ende 2018 sollen hier gemäß des verantwortlichen Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement rund 10,5 Millionen Euro verbaut werden. Die Rekonstruktion des Dresdner Schlosses soll 2021 abgeschlossen sein.

Betonpumpe am Langen Gang
Der Liapor-Leichtbeton passt perfekt zur historischen Bausubstanz des berühmten „Langen Gangs“ im Dresdner Schlosskomplex. | Foto: BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH, Dresden

Gefügedichte Ausfachung

Bei den Umbaumaßnahmen des „Langen Gangs“ stand unter anderem der Schutz vor den Elbhochwassern im Fokus. Deswegen wurde beschlossen, die Haustechnik aus dem Keller in das Dachgeschoss zu verlegen. Die dortige Konstruktion aus Holzbalken und Oberbrettern musste jedoch erst grundlegend ertüchtigt werden, um die langfristige und sichere Lastabtragung der gesamten Technikanlagen gewährleisten zu können.
Die Ertüchtigung erfolgte in mehreren Schritten. Zunächst wurden 75 Stahlträger quer in einem Abstand von rund 1,40 Metern in das gut 100 Meter lange und über fünf Meter breite Dachgeschoss eingebaut. „Anschließend wurden die Zwischenräume mit rund 75 Kubikmeter gefügedichtem Liapor-Leichtbeton vom Typ LC20/22 D1.4 mit Liapor 4.5 sowie Liapor-Sand K 0-2 ausgefacht“, erklärt Maik Dostmann von Liapor. „Dieser Aufbau ist tragfähig und stabil, weist aber nur ein geringes Gewicht auf. Daneben war der Leichtbeton schnell und einfach einzubringen und zeichnete sich durch rasche Aushärtung und Nutzbarkeit aus.“

Sichere Lastabtragung

Der Leichtbeton wurde mit Schüttkübeln und einer Holzschuche eingebracht. Im Dachgeschoss wurde er per Schubkarren an Ort und Stelle gebracht, verteilt und abgezogen. Hergestellt und geliefert wurde der Liapor-Leichtbeton von der BCS Natur- und Spezialbaustoffe GmbH aus Dresden. Bis Mitte 2017 konnte eine rund 500 Quadratmeter große Gesamtfläche erstellt werden, wobei die Stärke des Leichtbetons durchschnittlich 15 Zentimeter beträgt. Damit bietet der leichte Bausteoff eine dauerhafte, tragfähige und stabile Basis für die Haustechnik.

Ertüchtigungsarbeiten im Dachgeschoss des Langen Gangs

Rund 75 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton sorgen für die nötige Stabilität im Dachgeschoss des „Langen Gangs“. | Foto: Liapor

Perfekte Sanierungslösung

Für die gewählte Sanierungslösung sprach auch, dass der Leichtbeton – wie alle Liapor-Produkte – rein mineralisch und nicht brennbar ist, unempfindlich auf äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit, Frost, Säuren und Laugen reagiert sowie resistent gegen Ungeziefer aller Art ist. Außerdem sind die keramischen Blähtonkugeln hochwärmedämmend, schalldämmend und diffusionsoffen.