Einblasdämmung: Energetisch saniert mit Steinwolle-Granulat

GLADBECK/EMDEN, 10.01.2018 – Zur nachträglichen Dämmung der zweischaligen Außenwände von Mehrfamilienhäusern nutzt eine Wohnungsbau-Genossenschaft in Emden ein Einblasgranulat aus Steinwolle. So lässt sich der Energieverbrauch der Gebäude erheblich senken – mit wenig Aufwand und minimalem Eingriff in die Bausubstanz.

Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Emden
Hohlraumdämmung bei einem Mehrfamilienhaus in Emden: Die Bewohner profitieren von einer neuen Dämmung in kürzester Zeit ohne Gerüst, Schmutz und nennenswertem Lärm. | Fotos: Rockwool

Die Wohnungsbau-Genossenschaft „Selbsthilfe“ eG aus Emden unter Vorstand Holger Martin und Harald Hemken investiert fortwährend in die energetische Sanierung ihrer Immobilien. „Neben messbaren Energieeinsparungen, die zum Beispiel durch eine hochwertige Dämmung der Außenwände erzielt werden kann, bestärken uns vor allem die positiven Reaktionen vieler Bewohner auf den gesteigerten Wohnkomfort darin, in unseren Bemühungen nicht nachzulassen“, sagte Martin anlässlich der jüngst an drei Mehrfamilienhäusern vorgenommenen Hohlraumdämmung.
Die „Selbsthilfe“ eG verfügt über einen Bestand von 1.122 Wohnungen. 36 von ihnen befinden sich in den energetisch modernisierten Mehrfamilienhäusern in der Cirksenastraße und der Manningastraße im Zentrum Emdens. Für die nachträgliche Dämmung der verklinkerten Außenwände dieser Häuser entschied sich die Wohnungsbau-Genossenschaft für eine Einblasdämmung aus Steinwolle. Aus Sicht von Peter Ludolf, Geschäftsführer der für die Dämmarbeiten verantwortlichen Dachfit GmbH, die richtige Entscheidung: „Dort wo es konstruktionsbedingt machbar ist, empfehlen wir diese Art der energetischen Modernisierung. Mit vergleichsweise wenig Aufwand und minimalem Eingriff in die Bausubstanz kann der Gebäudeenergieverbrauch erheblich gesenkt werden, ohne dass hier neue Lasten den Brandschutz betreffend entstünden. Je nach Objekt und Zustand werden Bestandsgebäude mit einer Hohlraumdämmung in kürzester Zeit nicht selten zu Niedrigenergiehäusern“, so Ludolf.

Steinwollegranulat wird in die Einblasmaschine gefüllt
Das Steinwollegranulat „Fillrock KD“ wird in die mobile Einblasmaschine gegeben. Mit Druckluft wird es in den Hohlraum zwischen Außenwand und Vormauerwerk geblasen.

Mit Druckluft in den Hohlraum

Dafür, dass die Dämmung der drei Häuser – in Summe eine Fassadenfläche von rund 1.500 Quadratmetern – besonders schnell vonstattenging, sorgte Maschinenkraft. Drei Druckluft-Einblasmaschinen brachten circa 90 Kubikmeter Steinwollegranulat in den 5 bis 7 cm breiten Hohlraum zwischen tragendem Mauerwerk und Klinkerfassade ein. „Nicht mal eine Woche haben wir für die Dämmung aller drei Gebäude benötigt“, berichtet Peter Ludolf. „Zum Einblasen werden einfach kleine Löcher in die Fugen gebohrt. Durch diese Maueröffnungen wird das ,Fillrock KD’ Steinwollegranulat von Rockwool in die Hohlräume geblasen. Mit dem flexiblen Schlauch des Einblassystems kommt man problemlos an alle Fassadenbereiche heran. Mit einem Endoskop, das ebenfalls über die Bohrlöcher eingeführt wird, werden der Hohlraum und der Füllstand regelmäßig überprüft. So werden die angestrebte Verdichtung des Dämmmaterials und die Verfüllung des gesamten Hohlraums sichergestellt.“
Nach dem Einbringen des Dämmstoffs werden die Bohrlöcher wieder verfugt. Durch die farbliche Anpassung des Fugenmaterials an die umgebenden Fugen „verschwinden“ die Öffnungen nach Abschluss der Arbeiten optisch, die ursprüngliche Fassadenoptik bleibt bestehen.

Bohren der Löcher in die T-Fugen
Zum Einblasen werden nur kleine Löcher mit einem Durchmesser von etwa 2,5 cm in die T-Fugen gebohrt.

Kein Gerüst, kein Schmutz, kaum Lärm

Schon seit ihrer Gründung im Jahr 1998 lässt die Dachfit GmbH ihre Mitarbeiter regelmäßig von Dämmstoffhersteller Rockwool in puncto Einblasdämmung schulen. Dank dieser Expertise ist das zertifizierte Unternehmen zu einem gefragten Ansprechpartner der Wohnungswirtschaft geworden. „Diese Art der Dämmung kann einfach mit vielen Vorteilen punkten“, so Ludolf. „Da wäre zum einen natürlich die Reduzierung des Energieverbrauchs, die seit Anfang dieses Jahres sogar noch einmal deutlicher ausfällt.“ Seither bietet Rockwool das Fillrock KD Dämmgranulat mit einem verbesserten Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von nur noch 0,038 W/(m•K) an. „Zum anderen haben die Mieter nicht unter baustellenüblichen Belastungen zu leiden“, so Ludolf weiter: „Kein Gerüst, kein Schmutz, kaum Lärm.“
„Fillrock KD“ sei zuverlässig setzungssicher und formstabil auch bei nachträglichen Umbauten. „Wenn zum Beispiel neue Fenster eingebaut werden sollen, braucht man keine Befürchtungen haben, dass einem der Dämmstoff entgegenrieselt. Der bleibt sicher dort, wo er ist.“
Zudem bietet das Steinwollegranulat die brandschutztechnischen Vorteile eines Euroklasse A1-Baustoffs: Die Dämmung bleibt auch bei thermischer Beanspruchung absolut formstabil.

Dank der flexiblen Schlauchverbindungen erreichen die Verarbeiter alle Fassadenbereiche. Das flexible Dämmgranulat füllt den Hohlraum gleichmäßig und konturgenau aus.

Lohnende Investition

Fast unmerklich eingebracht, merken die Bewohner im Idealfall erst durch einen deutlichen Wandel ihres Raumklimas, dass sich etwas verändert hat. Im Sommer heizen sich die Räume weniger stark auf, im Winter sind sie schon bei geringer Heizleistung warm. Holger Martin: „Viele Mieter haben uns das bestätigt: Der Wohnkomfort wird durch eine Hohlraumdämmung spürbar verbessert.“

Kontrolle mit dem Endoskop

Mit einem Endoskop, das über die Bohrlöcher eingeführt wird, wird der Hohlraum vorab und während der Befüllung kontrolliert.