Starkregen-Werkstatt in Lohrsdorf: Schäden und Risiken minimieren

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 21.03.2017 – Anlässlich der Starkregenereignisse im vergangenen Jahr lud die Infrastruktur-Akademie der Berthold Becker Büro für Ingenieur- und Tiefbau GmbH zur ersten Regionalen Starkregenwerkstatt ein. Die zentrale Frage war: Wie lassen sich Schäden und Risiken, die Starkregenereignisse mit sich bringen, minimieren?

Markus Becker, Dr. Martin Keding und Simone Stöhr
Markus Becker, Geschäftsführer der Berthold Becker Büro für Ingenieur- und Tiefbau GmbH, Dr. Martin Keding und Simone Stöhr | Foto: Berthold Becker GmbH

Dieser Einladung folgten Anfang November viele Vertreter von Gebietskörperschaften aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Verantwortliche von Versorgungsträgern, Ingenieurbüros sowie Vertreter der Fachhochschule Koblenz. „Starkregenvorsorge darf nicht an Gemeindegrenzen enden“, so Dipl.-Ing. (TH) Markus Becker, der die Teilnehmer im ausgebuchten Bürgerhaus in Lohrsdorf begrüßte und die Starkregenwerkstatt eröffnete.
Die Teilnehmer erörterten ihre Erfolgsmuster und Engpässe im Umgang mit Überflutungen und folgten den Vorträgen der eingeladenen Referenten Dr.-Ing. Martin Keding (Beratender Ingenieur für Siedlungswasserwirtschaft) und Dipl.-Ing. Simone Stöhr (Werkleiterin Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb, Saarbrücken) zu den Themen Überflutungsvorsorge im Bereich von Bebauungen sowie Risikokommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Dr. Keding: „Überflutungsrisiken aus Starkregen werden sich nie ganz vermeiden lassen. Mit guter Zusammenarbeit aller Beteiligten und systematischem Vorgehen lassen sich viele Schäden vermeiden und verbleibende Risiken minimieren.“

Starkregenmanagement als Daueraufgabe


Keding erläuterte die Entwicklung der Niederschlagssituation bis heute und gab Einblicke in die Gefährdungsanalyse und Bewertung der Ereignisse. Das Problem sei oft eine nicht geregelte Außengebietsentwässerung, die jedoch dringend – wie auch eine Einteilung und Bewertung dieser Flächen – in ein Hochwasserschutzkonzept einbezogen werden müsse. In der Diskussion wurde vor allem von Gemeindevertretern eine Unterstützung vom Land in der Außengebietsentwässerung angemahnt.
Simone Stöhr berichtete über ihre bewährten Methoden im Bereich der Risikokommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. „Zur Katastrophe wird ein Ereignis, wenn man nicht vorbereitet ist“, mahnte Stöhr. Unter diesem Motto berichtete sie über ihre Erfahrung mit den Themen Risikowahrnehmung, Befassung mit Risiken und dem nötigen Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten.
Nach intensiven und konstruktiven Diskussionen kamen die Teilnehmer zu dem Entschluss, dass die Einführung eines gemeindeübergreifenden Ampelsystems für die Bewertung der Außengebiete sinnvoll sei. Zudem solle künftig der Starkregenindex nach Schmitt angewendet werden, um die irreführenden Begriffe Jahrhundert- und Jahrtausendniederschlag abzulösen.
Die Folgeveranstaltung ist für den 7. November 2017 geplant. Infos und Anmeldung unter www.ib-becker.com/Infrastruktur-Akademie