Sanierung in Sendenhorst:

Neuer Schacht im Testeinsatz

HAMM, 22.03.2016 – Zwei neuartige 1000er Schächte von Funke kamen bei umfassenden Sanierungsarbeiten an der Kanalisation verschiedener Straßenzüge in Sendenhorst bei Münster zum Einsatz. Vor allem die Kombination verschiedener Werkstoffe soll Vorteile bieten.

Einbau des Steigrohrs
Baustelle in Sendenhorst: Vor Ort leicht zu handhaben ist das aus PVC-U gefertigte Steigrohr des 1000er Schachtes von Funke

Unter anderem wurden rund 600 m SW/RW-Kanäle und ca. 60 Hausanschlussleitungen erneuert, zuvor wurden bereits Leitungen unter anderen Straßen erneuert. Notwendig geworden waren die Maßnahmen insbesondere aufgrund der hydraulischen Überlastungen der Kanäle sowie altersbedingter Schäden, von denen auch viele der Hausanschlussleitungen betroffen waren. Auf der Baustelle zum Einsatz gelangte eine Vielzahl von Produkten der Funke Kunststoffe GmbH. Neben Rohren und Formteilen aus den Connex- und HS-Kanalrohrsystemen sowie dem Funke Sanierungsstutzen und der VPC-Rohrkupplung wurden vor Ort auch zwei Exemplare des 2015 in den Markt eingeführten 1000er Schachtes eingebaut.
Der Startschuss für die Bauarbeiten in den Straßenzügen im März 2015 war für die Anwohner keine Überraschung. Die Eigenbetriebe der Stadt Sendenhorst informierten die Anwohner frühzeitig und banden sie in die Planung der Maßnahme ein. „Viele Anwohner haben sich dazu entschlossen, im Zuge der Maßnahme auch gleich ihre Hausanschlüsse zu erneuern“, so André Leson, Leiter der Eigenbetriebe der Stadt Sendenhorst. Entsprechend der Satzung verlegt die Stadt bis zur Grundstücksgrenze neu, ab da stehen dann die Hausbesitzer in der Pflicht.

Auf bewährtes System gesetzt

Die für die Umsetzung des Bauvorhabens verwendeten Produkte der Funke Kunststoffe GmbH aus Hamm waren für die Stadt Sendenhorst keine Unbekannten. Vielmehr hatte die Stadt bereits im Rahmen zahlreicher vorangegangener Tiefbaumaßnahmen Gelegenheit dazu gehabt, Erfahrungen mit dem breitgefächerten Portfolio des Anbieters zu sammeln. Sowohl bei der Neuverlegung in Erschließungsgebieten als auch beim Neubau von Sammlern hatten die Eigenbetriebe sowie die ausführenden Unternehmen in der Vergangenheit bereits Funke-Produkte eingesetzt. Leson: „Der verwendete Werkstoff PVC-U erfüllt unseren Anspruch auf Langlebigkeit, der in der von uns festgelegten Abschreibungszeit von 70 Jahren zum Ausdruck kommt“. Auch der Systemcharakter der Funke-Kanalrohrsysteme hat überzeugt. Mit dem auch in Sendenhorst verwendeten HS-Kanalrohrsystem etwa stellt Funke dem Anwender ein komplettes System vom Hausanschluss bis zum Sammler zur Verfügung, das neben Rohren und Formteilen spezielle Bauteile wie einen sohlengleichen Anschluss, eine Reinigungsöffnung und Bögen umfasst.

Setzen des Schachtes
Setzen des Schachtbauwerkes | Fotos: Funke Kunststoffe GmbH

Werkstoffe kombiniert

So breitgefächert das Produktprogramm des Herstellers ist, so offen ist man in der Hammer Ideenschmiede für die Kombination unterschiedlicher Werkstoffe. Eines der jüngsten Ergebnisse aus der Entwicklungsabteilung ist der 1000er Schacht, den Funke 2015 erstmals vorgestellt hat, und der die positiven Eigenschaften der Werkstoffe Beton und Kunststoff miteinander vereint. Leson und das in Sendenhorst ansässige Planungsbüro Gnegel haben die Entwicklung des Bauteils bei Funke wie auch die Vorstellung des Prototyps kritisch verfolgt und waren sich der Alternativen aus anderen Werkstoffen selbstverständlich bewusst. Trotzdem, so Leson, habe man sich dazu entschlossen, das neue Produkt im praktischen Einsatz zu testen, zumal der 1000er Schacht den Funke-Systemgedanken sinnvoll fortsetze. „Für uns ist das durchaus auch eine Art Pilotprojekt“, so der Betriebsleiter. Im Rahmen der Baumaßnahme an der Gerhart-Hauptmann-Straße wurden gleich zwei der neuen Schächte in Kreuzungsbereichen eingebaut.

Einfache Handhabung

Konus und Schachtunterteil bestehen aus mit PU ausgekleidetem Beton, der dem für Nennweiten DN/OD 160 – 500 lieferbaren Bauteil die erforderliche Auftriebssicherheit verleiht und sich zudem günstig auf die Lebensdauer auswirkt. Auch die gewellte Außenseite des Steigrohrs wirkt, fachgerechte Verdichtung vorausgesetzt, dem Auftrieb entgegen. Die Lastabtragung erfolgt nicht über das aus PVC-U gefertigte Steigrohr, sondern direkt über den Konus ins umliegende Erdreich. Stefan Alsmann, Bauleiter der mit der Ausführung beauftragten Altefrohne Tiefbau GmbH  & Co. KG, lobt die Ausstattung des 1000er Schachtes, welche auch das Setzen des Schachtes einfach macht: „Werkseitig integrierte Seilschlaufen haben uns die Montage von Konus und Unterteil erleichtert, praktisch fanden wir auch den für die lotgerechte Montage des Steigrohrs angebrachten Umreifungshebegurt“, so Alsmann. Vor dem Setzen des Konus wurde die Auflagerfläche zunächst mit einer Abziehhilfe für die Höhenanpassung des Konusauflagers vorbereitet, die als Sonderausstattung vom Hersteller bezogen werden kann. „Die Aussparung der Abziehhilfe wird einfach auf den Schachtring aufgesetzt, im Anschluss wird die Abziehhilfe kreisförmig um den Ring herumgezogen, um so eine plane Auflagerfläche für den Konus zu schaffen“, erläutert Altefrohne-Polier Jürgen Evermann das Vorgehen. Laut Funke-Fachberater Ralf Erpenbeck wird die Abziehhilfe in Kürze noch eine Verbesserung erfahren: „Auf vielfachen Kundenwunsch werden wir die Abziehhilfe zukünftig auch in einer Version mit Libelle anbieten.“
Die Sanierungsarbeiten in den Straßenzügen konnten inzwischen abgeschlossen werden. Alle Beteiligten sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Arbeiten sowie mit den eingesetzten Produkten zufrieden. Insbesondere der neue 1000er Schacht hat alle Erwartungen erfüllt. bi

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe (1/16) der bi-UmweltBau.