Kanalneubau DN1000/DN800: Perfect Pipe überzeugt in Niestetal

NIESTETAL, 24.06.2016 – Die Ausschreibung sah Betonrohre mit PVC-Inliner vor. Doch ein Nebenangebot überzeugte: Eingebaut wurden in Niestetal bei Kassel erstmals Perfect Pipe Rohre mit HDPE-Inliner in den Dimensionen DN 1000 und DN 800 aus dem sächsischen Betonwerk Tamara Grafe.

Von Artur zu Eulenburg

Perfect Pipe-Rohr mit HDPE-Inliner
Premiere für Perfect Pipe-Rohre mit HDPE-Inliner in den Dimensionen DN 1000 und DN 800 aus dem sächsischen Betonwerk Tamara Grafe. | Foto: A. zu Eulenburg

Im Ortsteil Sandershausen der Gemeinde Niestetal stand die Grunderneuerung der Hauptdurchgangsstraße an. Dies war Anlass, im Zuge der umfangreichen Bauarbeiten auch die unterirdische Ver- und Entsorgungsinfrastruktur zu ertüchtigen und zu erneuern. Hierzu gehört auch ein Mischwasserkanal aus Stahlbetonrohren DN 800, der auf einer Gesamtlänge von 300 Metern durch einen neuen, größeren in den Dimensionen DN 1000 und DN 800 ersetzt werden sollte.
Ausgeschrieben waren Betonrohre mit PVC-Inliner als Korrosionsschutz. Den Zuschlag erhielt das Bauunternehmen Bauer aus Leinefelde-Worbis mit einem für den Auftraggeber wirtschaftlicheren Nebenangebot, das als Rohrmaterial das noch relativ junge Rohrsystem Perfect Pipe mit einer Innenauskleidung aus HDPE beinhaltet.
Die Produktionstechnologie des Perfect Pipe-Rohrsystems wurde von Schlüsselbauer aus Österreich entwickelt. Die in der Schalung erhärteten Rohre aus selbstverdichtendem Beton verfügen über einen fest in der Rohrwand verankerten Inliner aus HDPE. Zum System gehören so genannte Connectoren. Diese flexiblen Kunststoff-Steckverbinder mit Kipplippen-Dichtungen sind werkseitig in die Rohrverbindung integriert und stellen als zusätzliche, innenliegende Rohrverbindung den Korrosionsschutz auch im Muffenbereich sicher.

Rohrversetzung
Die Rohre werden an einem Kettengehänge und in dem Rohr integrierten Kugelkopfankern mit dem Bagger in den Graben versetzt. | Foto: Ralph Mitterbauer

Premiere in Niestetal

In Sandershausen kam Perfect Pipe in den Dimensionen DN 1000 für den Hauptkanal und DN 800 für die Anbindung von Seitenstraßen zum Einsatz. Die Rohre waren die ersten Perfect Pipe-Rohre in den Dimensionen DN 800 und DN 1000, die von Grafe Beton auf eine Baustelle ausgeliefert wurden.
Auch für Bauleiter Markus Steinhauser von der Firma Bauer war die Baumaßnahme in Sandershausen eine Perfect Pipe-Premiere. Steinhauser zeigte sich auf der Baustelle von der Qualität und von der Verlegefreundlichkeit der drei Meter langen Rohre beeindruckt: „Wir waren wirklich überrascht, wie einfach und unkompliziert sich die Rohre im Graben zusammenschieben lassen“, so Steinhäuser, „und auch die Anbindung von Seitenanschlüssen mit einer Kernbohrung und mit dem Fabekun Sattelstück klappt ohne Probleme und einwandfrei.“ Die Anbindungen werden von Bauer auf der Baustelle aber außerhalb des Rohrgrabens hergestellt.

Connectoren im Perfect Pipe-Rohr
Die Connectoren stellen als zusätzliche, innenliegende Rohrverbindung den Korrosionsschutz auch im Muffenbereich sicher. | Foto: Ralph Mitterbauer

Lob für Produkt- und Verlegeeigenschaften

Um den Bedarf an Lagerfläche möglichst klein zu halten, werden die Rohre just in time vom Betonwerk auf die Baustelle geliefert. Für die Verlegung in einer Tiefenlage von etwa dreieinhalb Metern sind zwei Bagger im Einsatz. Der Frontbagger hebt den Graben aus, setzt den Verbau und bereitet das Auflager vor. Der zweite Bagger schließt parallel dazu den Graben mit dem neu verlegten Rohr. Die Rohre werden mit einem Kettengehänge und in dem Rohr integrierte Kugelkopfanker mit dem Bagger in den Graben versetzt und dort mit einem Rohrschiebeadapter mit dem Bagger zusammengeschoben. Die Verlegeleistung mit dieser Bauweise liegt auf der Baustelle in Sandershausen bei bis zu fünf Rohren pro Tag.
Alles in allem kann man von einer gelungenen Premiere für Perfect Pipe-Rohre von Tamara Grafe Beton in den großen Durchmessern sprechen. Die Produktqualität und die Verlegeeigenschaften wurden von der ausführenden Baufirma Bauer ausdrücklich gelobt und die Gemeinde Niestetal erhält mit dem neuen Mischwassersammler in der neuen Straße einen korrosionsgeschützten Kanal, der über viele Jahrzehnte zuverlässig und schadensfrei seine Aufgaben erfüllen wird.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe (3/16) der bi-UmweltBau.