Vier Auszubildende vorm Klärwerk in Dresden

Latif Pardes, Babrack Mehrabuddin, Said Habib Hussani und Sayeed Sarwar Eebali (v.l.) sind die ersten Flüchtlinge, die im August eine Ausbildung bei städtischen Unternehmen beginnen. | Foto: Rene Meinig

Integrationsprojekt: Stadtentwässerung Dresden bildet Flüchtlinge aus

DRESDEN, 13.07.2017 – Mit einem speziellen Aktionsplan unterstützen städtische Betriebe in Dresden die Integration von Flüchtlingen. So beginnen im August drei junge Männer aus Afghanistan eine dreijährige Ausbildung bei der Stadtentwässerung zur Fachkraft für Abwassertechnik, ein weiterer absolviert ein berufsvorbereitendes Jahr bei den Verkehrsbetrieben.

„Die Integration von jungen Flüchtlingen gelingt am besten, wenn wir ihnen schulische und berufliche Perspektiven eröffnen“, sagte die Bürgermeisterin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, Dr. Kristin K. Kaufmann, zum Ausbildungsstart am 11. Juli. Das Programm verstehe sich als „Türöffner“ zu einem Berufsabschluss, einem Einkommen und sozialen Bindungen. Mit der Initiative solle auch anderen Betrieben Mut gemacht werden, Ausbildungsangebote für Neuzugewanderte zu schaffen.

Gemeinsames Bildungs-Projekt

Unter dem Eindruck der Flüchtlingsströme haben sich 2016 fünf städtische Unternehmen (DREWAG, DVB, Stadtreinigung, Stadtentwässerung und Cultus GmbH) mit zwei Beruflichen Schulzentren (BSZ für Technik und BSZ für Elektrotechnik) zusammengeschlossen, um 70 Asylsuchende im Alter zwischen 17 und 27 bei der Integration und Berufsvorbereitung zu begleiten. Der auf mindestens zwei Jahre angelegte Aktionsplan beinhaltet unter anderem Unterrichtslektionen in den Beruflichen Schulzentren, Schnuppertage und Exkursionen in den jeweiligen Unternehmen, aber auch mehrwöchige Praktika in den Sommer- und Herbstferien. Darüber hinaus wurden Leistungstests in den Fächern Mathematik und Deutsch durchgeführt, um kognitive Voraussetzungen zu ermitteln.

Erfolg schneller als erwartet

Die Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH, Gunda Röstel, freut sich auf die drei neuen Kollegen: „Eigentlich rechneten wir erst nach zwei Jahren mit einem Start in die reguläre Ausbildung. Doch vor allem durch die Praktika lernten wir uns kennen und bekamen das Gefühl, dass wir es bereits in diesem Jahr wagen können.“ Die drei hätten alle Eignungstests bestanden, „doch vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern werden sie weiter büffeln müssen“, so Röstel.