Dr. Werner Hoyer (l.) und Dr. Uli Paetzel in der Baugrube Pumpwerk Oberhausen
Würdiger Rahmen: Dr. Werner Hoyer (l.), Präsident der EIB, und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, unterzeichneten den Vertrag in Oberhausen in der 45 Meter tiefen Baugrube für das Pumpwerk Oberhausen. | Foto: Emscher

450-Millionen-Kredit sichert künftigen Emscher-Umbau

ESSEN, 14.07.2017 – Eines der größten Umweltprojekte Europas erhält erneut Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB). Diese stellt der Emschergenossenschaft einen weiteren Darlehensrahmen in Höhe von 450 Millionen Euro für die umfangreiche Renaturierung des Flusssystems zur Verfügung.

Mit dem neuen Kredit ko-finanziert die EIB das Investitionsprogramm der Emschergenossenschaft für die Jahre 2017 bis 2019. Das Darlehen ist nach 2011 und 2013 die dritte Finanzierung von Seiten der EU-Bank für das umfassende Entwicklungsvorhaben. Das gesamte Finanzierungsvolumen der EU-Bank an die Emschergenossenschaft erreicht damit über 1,3 Milliarden Euro.

Aufwändiges Abwasser-Generationenprojekt

Der Fluss Emscher durchläuft das zentrale Ruhrgebiet, in dem fast zweieinhalb Millionen Menschen leben. Wegen der Absenkungen durch den Kohleabbau ließ sich hier kein unterirdisches Abwasserkanalsystem einrichten, so dass die Emscher und ihre Nebenläufe fast ein Jahrhundert lang als offenes Abwassersystem dienen mussten. Erst die Nordwanderung des Bergbaus Ende der 80er Jahre ermöglichte den Emscher-Umbau.
Mit dem aufwändigen Generationenprojekt geht zugleich der ökologische Umbau der Flusslandschaft einher. Die Emscher wird wieder naturnah umgestaltet. Ehemalige Nutz- und Brachflächen erhalten ihren Landschaftscharakter zurück. Auf diese Weise entstehen in der dicht besiedelten Region wichtige Natur- und Erholungsräume, die bereits heute die Lebensqualität der dort lebenden Menschen erheblich steigern. Ende 2020 soll die Emscher wieder weitestgehend abwasserfrei sein.

EU-Bank-Kredit nützt Mensch und Natur

„Die Renaturierung der Emscher ist europaweit ein absolutes Vorzeigeprojekt. Sie belegt, wie eine über Jahrzehnte von der Industrie geprägte Region wieder zu einer naturnahen Landschaft zurückgeführt werden kann. Wir geben den Menschen hier ihren Fluss und damit ein Stück Lebensqualität zurück“, sagte Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Er sei deshalb ausgesprochen stolz auf die Unterstützung der EU-Bank, weil Projekte wie der Emscher-Umbau eine zentrale Bedeutung für nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz hätten. Genau solche Projekte bezeugten, was Europa konkret für seine Bürger leiste.