Neue Vortriebsanlage:

Arkil strebt auf den internationalen Markt

KIEL, 30.06.2015 – Das dänische Bauunternehmen Arkil hat eine neue Vortriebsanlage übernommen. Das EPB-Schild mit einem Außendurchmesser von 3 Metern wurde am 21. Mai beim Maschinenhersteller Herrenknecht in Schwanau übergeben. Arkil unterstreicht mit diesem Schritt seine langfristig angelegten Ambitionen auf dem internationalen Vortriebsmarkt.

Von Artur Graf zu Eulenburg

Übergabe der Vortriebsmaschine in Schwanau
Übergabe der Vortriebsmaschine in Schwanau

Übergabe der neuen Vortriebsanlage in Schwananau mit dem Vorstandsvorsitzenden der Herrenknecht AG, Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht (7.v.l.).
Innenleben der Vortriebsmaschine von Arkil
Innenleben der Vortriebsmaschine von Arkil

Johannes Müller macht sich mit dem „Innenleben“ der neuen Maschine
vertraut. | Fotos: Herrenknecht
Arkil war in der Vergangenheit selbst nicht im Rohrvortrieb tätig. Das änderte sich im April 2014 und hing eng mit der Insolvenz der Firma Meyer & John zusammen. In einem Joint Venture mit der Hamburger Vortriebsfirma hatte Arkil den Bau von Stauraumkanälen in Kopenhagen im Auftrag. Das Projekt mit einem Volumen von rund 45 Millionen Euro beinhaltet etwa 3,5 Kilometer Rohrvortrieb in den Dimensionen DN 2500 bis DN und DN 2000. Diese Arbeiten sollten von Meyer & John ausgeführt werden. Als das Unternehmen jedoch kurz nach Baubeginn in die Insolvenz ging, entschloss sich Arkil, die Vortriebsanlagen und die Mannschaften zu übernehmen, um das Projekt in eigener Regie abzuwickeln.
Auf diese Art kam Arkil zu einer Vortriebsabteilung, die der Arkil Spezialtiefbau GmbH in Schleswig mit einer Außenstelle in Hamburg angegliedert ist. Abteilungsleiter ist Dipl.-Ing. Johannes Müller, vorher bei Meyer & John beschäftigt.
Die jetzt in Schwanau übergebene Vortriebsanlage wird zunächst bei dem Projekt Damhusledningen in Kopenhagen eingesetzt. Sie ist auf die dort angetroffenen Bodenverhältnisse, die von extrem porösem und klüftigem Kalkstein geprägt sind, ausgelegt.
Zusätzlich wurde die Maschine speziell für Langstreckenvortriebe mit bis zu 1.000,00 m Haltungslänge konzipiert. Ziel von Arkil ist es jedoch, sich über die Maßnahme in Dänemark hinaus auf dem deutschen Vortriebsmarkt zu etablieren. „Das Gütezeichen VOD haben wir bereits beantragt, VMD soll möglichst bald folgen“, so Johannes Müller. Doch auch das internationale Geschäft hat die Vortriebsabteilung von Arkil im Blick. Dabei spielt zunächst der skandinavische Markt eine wichtige Rolle. „Darüber hinaus gibt es aber auch schon vielversprechende Kontakte im weiteren Ausland“, blickt Johannes Müller mit Optimismus und Zuversicht nach vorn.


Diesen Bericht finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe (3/15) der bi-UmweltBau.