Wasser Berlin 2015:

Eröffnung mit vielen Highlights

BERLIN, 25.03.2015 – Die Wasser Berlin 2015 ist in vollem Gange. Allein der Eröffnungstag sorgte für jede Menge Highlights. Einer der Höhepunkte war der Rundgang der Bundesumweltministerin über die Messe mit ihren vielen Innovationen.

German Water Partnership auf der Wasser Berlin 2015
German Water Partnership (v.l): Peter Stamm, Vorstandsmitglied von GWP; Hubertus Soppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, GWP; Dr. Michael Beckereit, Vizepräsident des VKU; S.E. Dr. Hazim El-Naser, Minister für Wasser und Bewässerung, Jordanien; Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Christine von Lonski, Geschäftsführerin German Water Partnership e.V. (GWP); Dr. Michael Prange, Geschäftsführer Hermann Sewerin GmbH.
Bundesumweltministerin Hendricks mit der bulgarischen Entwicklungsministerin Pavlova
Bundesumweltministerein Barbara Hendricks
mit Lilyana Pavlova, Ministerin für regionale
Entwicklung und öffentliche Arbeiten,
Bulgarien.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung übergab Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender des Wasser Berlin e.V. und der Berliner Wasserbetriebe, gemeinsam mit den Verbandspräsidenten von DWA, DVGW, BDEW, VKU, DBVW und ATT das „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2015“ an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Der seit 2005 zum vierten Mal erschienene und europaweit einmalige Bericht gibt einen aktuellen Überblick über das Potenzial der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland. So standen 2010 bundesweit 188 Milliarden Kubikmeter verfügbare Wasserressourcen zur Verfügung. Davon gingen 28 Milliarden Kubikmeter, also 14,9 Prozent, in die nichtöffentliche und 5,1 Milliarden Kubikmeter, gleich 2,7 Prozent, in die öffentliche Wasserversorgung. 154,9 Milliarden Kubikmeter, also 82,4 Prozent, blieben ungenutzt.
 
GSTT-Awards für herausragende Projekte
 
Die German Society for Trenchless Technology e.V. vergab im Rahmen der Eröffnungsfeier ihre diesjährigen GSTT-Awards für besonders herausragende Projekte in grabenloser Bauweise. Der Vorstandsvorsitzende, Prof. Jens Hölterhoff, überreichte den Preis in Bronze an die Vertreter der Vattenfall Europe Wärme AG für die Arge Düker Müggelspree und deren Bau einer Fernwärmeleitung unter der Spree. Die Auszeichnung in Silber ging an die Gemeinde Oss für die erstmalige Schlauchsanierung eines 150 Zentimeter-Abwasserkanals. Den GSTT-Award in Gold erhielt die Essener Emschergenossenschaft für den 47 Kilometer langen Abschnitt 30 eines neuen Schmutzwasserkanals, der größten Rohrvortriebsbaustelle Europas. Sieger in der Kategorie Ausland wurde die National Water Company of Saudi Arabia für ihren Bau eines Abwassersammlers in Mekka.

Bulgarien will Wasserwirtschaft reformieren

Die neue, seit fünf Monaten amtierende Regierung Bulgariens will die Lebensbedingungen der bulgarischen Bevölkerung reformieren. Dazu gehört auch die Reform der Wasserwirtschaft. Das sagte die Ministerin für regionale Entwicklung und öffentliche Arbeiten, Lilyana Pavlova, anlässlich der Eröffnung der Wasser Berlin. „Wir wollen unsere Ressourcen nach den neuesten Standards besser managen,“ so Pavlova. Dazu würden auch die mehr als 600 Thermalquellen des Landes gehören. So gebe es insgesamt große Möglichkeiten für Partnerschaften und Kooperationen in den Bereichen Trinkwassergewinnung, Abwasserbehandlung und Wasserindustrie, für die sich die Firmen der bulgarischen Wasserwirtschaft auch am Messestand der Bulgarian Water Association in Halle 4.2 anbieten.

KSB: Sparpotenziale hydraulischer Systeme

Die Steigerung der Energieeffizienz von Pumpensystemen ist das zentrale Thema des Pumpen- und Armaturenherstellers KSB. Mit der Kampagne „FluidFuture“ zeigt der Aussteller die Sparpotenziale auf, die in hydraulischen Systemen stecken. Der permanentmagneterregte Synchronantrieb von KSB für 6-Zoll-Unterwassermotorpumpen beispielsweise benötigt zur Erzeugung seines Drehmoments im Gegensatz zu Asynchronmotoren keinen Strom im Läufer, da er sein Rotorfeld durch Magnete erzeugt. Deshalb hat dieser Antrieb keine Stromwärmeverluste im Läufer und kann deutlich bessere Wirkungsgrade erreichen als der klassische Asynchronmotor. Dank der sehr hohen Leistungsdichte fällt der Antrieb sehr kompakt aus.

Lachgassensor und mehr aus Dänemark

Drei der neun Mitgliedsunternehmen der Danish Water Technology Group stellen auf der Wasser Berlin neue Produkte und Kooperationen vor. So hat Unisense Environment den nach Firmenangaben einzigen Sensor entwickelt, der Messungen des bei der Abwasserreinigung entstehenden Lachgases in Echtzeit vornehmen kann. Bei einem Projekt sei es mit dessen Hilfe gelungen, die Emissionen des Lachgases, das wesentlich klimaschädlicher ist als CO2, um 50 Prozent zu reduzieren, so Projektmanager Mikkel Barker.
Grundfos Biobooster hat eine Methode entwickelt, mit der Krankenhausabwässer direkt am Entstehungsort gereinigt werden können, wodurch die Kosten deutlich gesenkt werden.
VCS Denmark hat eine Software implementiert, die mit Hilfe eines fortschrittlichen SmartGrid-Systems Informationen über den Selbstkostenpreis von Strom einholt und die Produktion des jeweiligen Wasserversorgungsunternehmens im Hinblick auf Strompreise, Kapazität und Verbrauch der Stadt justiert. So wird die Produktion immer dann gesteigert, wenn die Elektrizität am billigsten ist.

Druckleitungen mit weniger Maschineneinsatz sanieren

Ob in dicht besiedelten Ballungszentren, unter infrastrukturellen Knotenpunkten oder in einzigartiger und schützenswerter Natur – mit der innovativen Technologie Primus Line® lassen sich Druckleitungen mit reduziertem Maschineneinsatz und geringen Eingriffen in die Umgebung grabenlos sanieren. Das System kommt international zum Einsatz und basiert auf einem flexiblen Hochdruckschlauch und einer eigens für das System entwickelten Verbindungstechnik. Aufgrund der Flexibilität des mehrschichtigen Primus Liners bei gleichzeitig extrem hoher Materialfestigkeit sind Leitungen mit Bögen von bis zu 45 Grad durchfahrbar und Längen von bis zu 2.500 Meter in einem Abschnitt erneuerbar.

Am Stand der Fa. Sewerin auf der Wasser Berlin 2015
Eröffnungsrundgang (v.l.): Andreas Schweitzer, Vertriebsleiter der Hermann Sewerin GmbH; Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Swen Sewerin.

Hermann Sewerin GmbH: Lecks sicher orten

Mit dem System Aquaphon stelle die Gütersloher Hermann Sewerin GmbH auf der Wasser Berlin 2015 ein Produkt zur elektroakustischen Wasserlecksuche der Spitzenklasse vor, so der Aussteller. Es unterstützt und vereinfacht den Ortungsprozess von Leckagestellen in Wasserrohrleitungsnetzen mit hochwertiger Mikrofon- und Messtechnik, bietet intelligente Funktionen für die Analyse der Messergebnisse und stellt diese optisch auf einem großen Display dar. Das System Aquaphon ermöglicht es laut Hersteller, Lecks so sicher wie nie zuvor zu orten. Mit dem Leitungsortungsgerät UT 9000 präsentiert Sewerin in Berlin ein weiteres Spitzenprodukt, das seine Leistungsfähigkeit vor kurzem unter schwierigen Bedingungen beweisen konnte. Bei der Ortung einer Trinkwasserleitung zwischen dem Festland und der Insel Pellworm hat das Gerät auch unter Wasser präzise Ortungsergebnisse liefert.

Innovatives Konzept zur Regenwasserbehandlung

Das Wasser aus den Regenwasserkanälen des Nürnberger Stadtteils Langwasser gelangt bisher ohne weitere Behandlung in den Langwassergraben, der zum Dutzendteich, einem wichtigen Naherholungsraum Nürnbergs, fließt. In einem bestehenden offenen Regenrückhaltebecken wird nun ein Retentionsweiher mit Schilfpoldern angelegt. Dort lassen sich künftig Nährstoffe, insbesondere Phosphor, zurückhalten und durch die Entnahme der Sedimente aus dem Wasserkreislauf entfernen. Dies bedeutet eine erhebliche Entlastung des unterhalb liegenden Dutzendteichs. Zusätzlich werden bis Ende 2015 im weiteren Verlauf des Langwassergrabens auf Grundlage eines landschaftspflegerischen Begleitplans der Gewässerquerschnitt erweitert, Ufer abgeflacht und Überflutungsflächen angelegt. Damit wird der Hochwasserschutz auch bei Starkregen gewährleistet und die ökologische Qualität des Gewässers erhöht. Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg erhielt für dieses Projekt den Abwasser-Innovationspreis 2014 des Bayerischen Umweltministeriums und stellt das innovative Konzept am Stand der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft in Halle 5.2 vor. bi