Fräsproblem in New York: Goliath muss helfen

KARLSRUHE, 31.08.2017 – Kanalrohre, die mit hochfestem Beton vollgelaufen sind, freifräsen: Diese Aufgabe bei einer Baustelle im New Yorker Stadtteil Queens war eine große Herausforderung für Mensch und Maschine. Die leistungsstarke Lösung fand man in Deutschland: die hydraulische Fräsmaschine Kasro Goliath.

Kontrollmonitor
Vollgelaufen mit hochfestem Fundamentbeton: Blick in das noch zu 60% mit Beton gefüllte Rohr

Die Hochhäuser in New York City werden grundsätzlich auf Säulenfundamenten errichtet, um diese im dort üblich tiefliegenden Grundgestein zu verankern. Diese Methode soll ein Einsinken der hohen und gleichzeitig schweren Wolkenkratzer verhindern. Nun wurden bei den Säulenbohrungen die im Erdreich liegenden Kanalrohre unbewusst angebohrt und beschädigt. Beim Befüllen der Fundamente mit hochfestem Fundamentbeton wurden versehentlich auch die angebohrten Kanalrohre befüllt. 40 m Hauptkanal mit einem Durchmesser von DN 400 wurden beim Bau des Hochhauses in Mitleidenschaft gezogen.

Verschiedene Lösungen bringen keinen Erfolg

Die Stadt New York bat nach Entdeckung dieser Misere die Firma En-Tech darum, sich der Baustelle anzunehmen und die Rohre vom Beton zu befreien. Es wurden verschiedene Methoden ausprobiert, um den Beton zu entfernen: Als erstes versuchte En-Tech unter der Leitung von Geno Camali, mithilfe eines Spülfahrzeugs und einer Kettenschleuder den Beton abzutragen. Der Erfolg blieb aber aus und man musste sich nach einer anderen Lösung umsehen. Nun kam eine Kanalfräse zum Einsatz, die aber nur einen äußerst langsamen und wenig zufriedenstellenden Fortschritt ermöglichte. Lediglich 2 cm Beton konnten pro Tag entfernt werden. Daniel Lefkowitz, Deputy Chief, NYC Environmental Protection: „Wir hatten ein Problem in Queens bezüglich eines DN 400 Mischwasserkanals voller Beton, der unter normalen Umständen der Nachbarschaft als wichtige Überlaufsleitung dienen sollte. Wir haben diverse Fräsmaschinen mit Wasser- und Luftdruck ausprobiert. Das oben genannte Equipment stellte sich aber als ziemlich ineffektiv und zeitaufwändig heraus.“

Kasro Goliath
Der Kasro Hydraulikroboter „Goliath“ von DN 250-600 mit 5-kW-Fräsmotor

Elektroroboter und Höchstdruck-Wasserfräse zu langsam

An dieser Stelle kam Prokasro das erste Mal ins Spiel mit ihrem 1.7-Elektroroboter, welcher kurz darauf durch den 4.0-Elektroroboter mit mehr Power ersetzt wurde. Dies war um ein Vielfaches erfolgreicher als die zuvor verwendeten Techniken. Dennoch war der Fortschritt mit 7,5 cm pro Tag noch nicht der optimale Weg, um den Beton restlos und zügig zu entfernen. Daraufhin schlug En-Tech einen anderen Weg ein und probierte, sich mit einer Höchstdruck-Wasserfräse durch den betongefüllten Kanal zu arbeiten. Damit konnten jedoch die Erfolge des 4.0er Roboters von Prokasro nicht überboten werden. Zudem waren die Kosten für dieses System mit 25.000 US-Dollar pro Monat bei weitem nicht tragbar.

Noch mehr Power gefragt

Es musste eine bessere und effektivere Lösung her. Eine Lösung, bei der keine Grabung nötig war und welche stark genug innerhalb des Kanals arbeiten konnte. Bei einem Besuch Geno Camalis in Deutschland bei der Firma Prokasro in Karlsruhe kam die Mechatronik-Firma auf die Idee, ihr Goliath-System für die New Yorker Baustelle einzusetzen. Hierbei handelt es sich um eine hydraulische Fräsmaschine mit überdurchschnittlich hoher Fräsleistung, die in diesem besonderen Fall mit speziellen Fräsköpfen der Firma Schneider Diamantwerkzeuge ausgestattet wurde. Diese Anlage wurde der Firma En-Tech unter der Führung von Projektleiter Holger Müller (Prokasro) als Containerlösung zur Verfügung gestellt. Sie sollte vor Ort in den USA auf ihre Effizienz als Pilotprojekt in diesem speziellen Fall getestet werden. Geno Camali hat, wie er sagt, auf der ganzen Welt nach passendem Equipment gesucht und wurde schließlich bei der Karlsruher Manufaktur fündig. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Hydraulikanlage auf der Bildfläche erschienen ist, vergingen zwei Jahre, in denen lediglich die Hälfte des Hauptkanals vom Beton befreit werden konnte. Mit dem Einsatz des Goliath-Systems konnte die zweite Hälfte des Rohres in gerade einmal sechs Wochen vom Beton befreit werden.
„Nach Einsatz des Goliath-Systems wurde unser Problem gelöst. Innerhalb weniger Wochen konnte der Beton entfernt werden. Ich war sehr beeindruckt von der hydraulischen Fräskraft und ebenso fasziniert von der Langlebigkeit des Fräskopfes“, sagt Daniel Lefkowitz nach erfolgreichem Abschluss der Baustelle.

Kasro Hydraulikcontainer in der Jackson Avenue
Kasro Hydraulikcontainer auf der New Yorker Baustelle in der Jackson Avenue (Queens) | Fotos: Prokasro