Zuwachs bei Zawisla: 12-Tonner mit modernem Innenleben

KIEL/JOCKGRIM, 06.11.2017 – Die Klaus Dieter Zawisla GmbH hat einen neuen 12-Tonner in ihrem Fuhrpark. Von IBAK wurde er mit neuester Technik ausgestattet: Mit zwei Kameras und 3D-Vermessungstechnik lässt sich während der Kanalinspektion die genaue Lage von Rohrverläufen bestimmen.

Mercedes-Benz Atego mit IBAK-Innenleben
Von der Bugschürze bis zum Schlussquerträger ist der 12-Tonner dafür ausgelegt, die unterschiedlichsten Tageseinsätze bei Zawisla effizient und wirtschaftlich zu meistern.

Zawisla ist auf Rohr-, Kanalreinigung und Sanierung spezialisiert. Das in Jockgrim und Karlsruhe ansässige Unternehmen bietet von der Rohr- und Kanalreinigung über die Kanaluntersuchung mit TV-Kameras und der Dichtheitsprüfung breit gefächerte Dienstleistungen an. Die Instandhaltung und Renovation sowie umfangreiche Kanalsanierungen, auch vom Hauptkanal in Seiteneinläufe, sind ein weiteres Fachgebiet des Unternehmens. Mit einer 45 Einsatzfahrzeuge umfassenden Firmenflotte und 65 Mitarbeitern bewältigt der zertifizierte Fachbetrieb Einsätze für private Haushalte, Gewerbe und Industrie sowie für Städte und Kommunen.

Bei der Neuanschaffung von Zawisla handelt es sich um einen Mercedes-Benz Atego. Mit seiner flachen Bauweise ist der Lkw für den dichten und oftmals engen Stadtverkehr konzipiert. Das Fahrerhaus mit einer Breite von 2.300 mm ermöglicht dem Fahrer einen leichten und schnellen Ein- und Ausstieg. Der wirtschaftliche Dieselmotor ist ein Reihensechszylinder mit 7,7 Liter Hubraum und einer Nennleistung von 175 kW (238 PS). Er erfüllt die Euro VI-Abgasnorm. Die zweiachsige Sattelzugmaschine mit einem Radstand von 4.220 mm wurde mit einem 5.000 mm langen Kofferaufbau versehen. In diesem Koffer steckt modernste Technik der IBAK Helmut Hunger GmbH & Co. KG für die Inspektion und Vermessung von Hausanschlüssen ausgehend vom Hauptkanal.

Ausstattung für Inspektion und Vermessung

Komplett ausgestattete Kanalinspektionsfahrzeuge sind das Kerngeschäft von IBAK. Das Kieler Unternehmen baute den Atego nach den Wünschen von Klaus Dieter Zawisla mit vielen praxistauglichen Details aus. Im Innern befinden sich jetzt bewährte IBAK-Systeme, wie die Dreh-, Schwenk- und Neigekamera Argus 5. Bei dieser bleibt das Kamerabild durch den Rotax-Verschwenkmechanismus selbst beim Verschwenken bzw. Drehen und Neigen des Kamerakopfes immer aufrecht und lagerichtig, so dass sich der Betrachter problemlos orientieren kann.
Für die Inspektion von Grundstücksentwässerungsleitungen ist die IBAK-Schiebekamera Polaris 3D mit an Bord. „Die bogengängige, 90 Grad abbiegefähige Kamera wird der Nachfrage nach einem uneingeschränkten Sichtfeld gerecht. Sie wurde um die Eigenschaft der 3D-Vermessungstechnik erweitert“, so IBAK-Außendienstmitarbeiter Werner Heumann. Der Kamerakopf der Polaris ist am Ende eines stabilen Armes positioniert, der mit seinem Drehgelenk den Kamerakopf in die Anschlüsse hinein lenkt. Für die 3D-GeoSense-Rohrverlaufsmessung ist ein Sensor im Kamerakopf der Polaris 3D zur kontinuierlichen dreidimensionalen Winkelbestimmung integriert.
Der kraftvolle Antrieb des IBAK Kamerafahrwagens T 86 ermöglicht Kanalbefahrungen auch über große Distanzen. Das Modul IBAK Lisy 3.2 macht aus dem leistungsfähigen Fahrwagen ein laterales Inspektionssystem. Damit können Hauptkanalrohre ab DN 200 befahren und die Polaris 3D von dort aus unter ständiger Kontrolle weit in Anschlussleitungen eingespült werden.
Das Fahrzeug bietet zudem Platz für eine Hochdruckspüleinheit mit einem 2.400-Liter-Wassertank. „Dank dieser Kombination kann der Vortrieb der Kamera durch Spülen kraftvoll und unabhängig vom Hydrantennetz durchführt werden“, erklärt Zawisla.

Zawisla-Geschäftsführer Heinz Burret, Klaus Dieter Zawisla und Dr. Werner Hunger
Zawisla-Geschäftsführer Heinz Burret, Firmengründer und Geschäftsführer Klaus Dieter Zawisla und IBAK-Geschäftsführer Dr. Werner Hunger (v.l.) bei der Fahrzeugübergabe im IBAK-Firmenhauptsitz in Kiel. | Fotos: IBAK

Verlaufsmessung erleichtert Sanierungen

Die 3D-GeoSense-Rohrverlaufsmessung liefert x,y,z-Koordinaten der Leitungen und generiert simultan zur Inspektion eine grafische Darstellung des Leitungsverlaufs unter Verwendung der Ikas-Evolution-Software. Damit hat die Firma Zawisla ihr Angebot um eine relevante Dienstleistung erweitert, ohne weitere Arbeitsschritte im Kanal vornehmen zu müssen. „Immer häufiger werden wir nicht nur für die Inspektion des Kanalnetzes, sondern auch für die Erfassung des Rohrverlaufes angefragt“, erklärt Zawisla. „Für eine wirtschaftliche Sanierungsplanung wird nicht nur der Zustand der Leitungen in Betracht gezogen, sondern auch deren Lage erfasst und berücksichtigt“, so der 64-Jährige.
Heute wird kontinuierlich dreidimensional gemessen, und das automatisch mit der Inspektion. Das spart Zeit und liefert zudem einen erheblichen Mehrwert: Es werden nicht mehr nur punktuelle Richtungsänderungen an offensichtlichen Krümmern berücksichtigt, sondern alle die Lage bedingenden Faktoren erfasst. Die 3D-GeoSense Rohrverlaufsmessung misst die x,y,z-Koordinaten der Leitungen, so dass bauliche Spezifikationen wie z.B. gezogene Rohrmuffen oder gebogene Rohre realitätsgetreu registriert werden. Die Rohrverlaufsmessung vervollständigt damit die Information über das inspizierte Netz. Der generierte Lageplan der verzweigten Anschlussleitungen erleichtert das Auffinden des Rohrs für eventuelle Sanierungsmaßnahmen oder sonstige bauliche Planungen.

Mit Profession und Passion

Klaus Dieter Zawisla ist Sachverständiger des Bundes für die Neuordnung der Berufsausbildung zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice sowie der Länder für die Fortbildungsordnung zum Meister in den umwelttechnischen Berufen beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Bis vor Kurzem war er Vorsitzender der Meisterprüfungskommission der HWK Düsseldorf und hat in zehn Jahren über 150 Meister geprüft. Nun hat er den Staffelstab an die nächste Generation übergeben. Seinem Engagement für die Qualifizierung der Branche entsprechend, räumt Zawisla der Aus- und Weiterbildung in seinem Unternehmen einen hohen Stellenwert ein. Mit der zunehmenden Arbeit für das Unternehmen wächst nicht nur der Fuhrpark, sondern auch der Bedarf an Personal. „Gerne würden wir weitere Mitarbeiter einstellen. Das ist jedoch in unserer Region nicht so einfach“, bedauert Zawisla. Quereinsteiger würden umfangreich eingelernt werden, dennoch mangle es an Bewerbern.
Ein erheblichen Anteil am Erfolg der Firma schreibt der Unternehmensgründer neben vielen langjährigen Mitarbeitern seinem Geschäftsführer Heinz Burret zu. Mit ihm gemeinsam ist er im September zum IBAK-Firmenhauptsitz nach Kiel gereist, um das neue Fahrzeug in Empfang zu nehmen.

Nun heißt es: Gas geben

Der kräftige Diesel rückt fortan täglich aus, um die Inspektion von Haltungen und Leitungen in den Nennweiten von DN 100 bis DN 1600 abzuwickeln. Dabei kann eine lagerichtige und geometrisch exakte Erfassung von gekrümmten und verzweigten Leitungsverläufen vorgenommen werden. Somit hat Zawisla mit dem neuen 12-Tonner nicht nur den Fuhrpark, sondern auch den Leistungsumfang des Unternehmens ausgebaut. Am Steuer wird künftig der Operateur Christian Geiger sitzen. Der Fachmann für Rohr-, Kanal- und Industrieservice war im Jahr 2002 der erste Lehrling der Zawisla GmbH. Die Route für die kommenden Monate ist bereits gesteckt: Umfangreiche Aufträge zweier Großstädte des Landes Baden-Württemberg sollen mit dem neuen „Road-Star“ abgearbeitet werden. Hinzu kommt die Inspektion von 800 Anschlüssen einer Kommune in der Nähe der Niederlassung.