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Schwellenwerte bei Vergabeverfahren

Autorin: Melanie Würtz

Ob ein Auftrag europaweit oder national ausgeschrieben wird, bestimmen die Schwellenwerte. Aus ihnen ergeben sich die zwei Kategorien Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich.



„Von der Höhe des geschätzten Auftragswertes hängt es ab, ob der Auftraggeber eine Ausschreibung als EU-Verfahren oder als nationales Vergabeverfahren durchführen muss.” Melanie Würtz, Autorin für Vergaberecht, über den Zusammenhang zwischen Schwellenwert und Vergabeart

Bei der Schätzung des Auftragswerts ist vom voraussichtlichen Gesamtwert der vorgesehenen Leistung ohne Umsatzsteuer auszugehen. Wenn die Ausschreibung in verschiedene Lose unterteilt ist, sind die Lose zusammenzurechnen, bei Lieferaufträgen nur die gleichartigen Lieferungen.

Maßgeblicher Zeitpunkt für die Schätzung des Auftragswerts ist der Tag, an dem die Bekanntmachung zur Vergabe abgesendet oder das Vergabeverfahren auf andere Weise eingeleitet wird.

Aktuelle Schwellenwerte

Die Schwellenwerte werden in der Regel alle zwei Jahre geändert und per EU-Verordnung festgesetzt. Je nach Typ der Vergabe gilt dabei ein anderer Schwellenwert. Seit 1.1.2018 müssen öffentliche Auftraggeber die folgenden Schwellenwerte beachten:

Oberhalb dieser Werte muss eine Ausschreibung europaweit erfolgen, darunter wird ein Auftrag national ausgeschrieben. Die beiden Segmente oberhalb und unterhalb der Schwellenwerte werden auch als Oberschwellenbereich und Unterschwellenbereich bezeichnet. Häufig unterscheiden sich die Regelungen des Vergaberechts zwischen den beiden Segmenten für öffentliche Aufträge, zum Beispiel bei den Pflichten zur freien Bereitstellung von Vergabeunterlagen.

Rechtsschutz für Bieter

Die Schwellenwerte entscheiden auch darüber, wo ein Bieter Rechtsschutz finden kann:
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