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Verfahrensarten bei nationalen Vergabeverfahren

Autorin: Maike Lentfer
Welche Arten von Vergabeverfahren gibt es bei nationalen Vergaben im Unterschwellenbereich, also bei Aufträgen unterhalb der Schwellenwerte? Wir erklären den Unterschied zwischen Öffentlicher Ausschreibung, Beschränkter Ausschreibung und Freihändiger Vergabe – jeweils mit und ohne Teilnahmewettbewerb.


Öffentliche Ausschreibung

Bei der öffentlichen Ausschreibung wird mit der Bekanntmachung in Tageszeitungen oder Ausschreibungsmedien wie der B_I ausschreibungsdatenbank eine unbeschränkte Zahl von Unternehmen zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Jedes interessierte Unternehmen ist berechtigt, ein Angebot abzugeben.

Beschränkte Ausschreibung mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb

Bei der beschränkten Ausschreibung mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb wird mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung eine unbestimmte Zahl von Interessenten zur Abgabe eines Teilnahmeantrages aufgefordert. Nach Prüfung der Eignung werden die ausgewählten Unternehmen zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert.

Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb

Zu einer beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb werden nur geeignete Unternehmen zur Abgabe von Angeboten aufgefordert. Diese Vergabeart ist nach den Regeln des Vergaberechts nur unter bestimmten Voraussetzungen (Wertgrenzen) oder in begründeten Ausnahmefällen zulässig.

Freihändige Vergabe (Verhandlungsvergabe)

Eine freihändige Vergabe/Verhandlungsvergabe kann mit oder auch ohne Teilnahmewettbewerb erfolgen. Durch Veröffentlichung einer Bekanntmachung zum Teilnahmewettbewerb wird eine unbestimmte Zahl von Interessenten zur Einreichung von Teilnahmeanträgen aufgefordert. Die im Teilnahmewettbewerb als geeignet ermittelten Unternehmen werden zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert. Soweit zulässig, kann der Auftraggeber auf einen Teilnahmeantrag verzichten und Unternehmen, die ihm als geeignet bekannt sind, auch direkt ansprechen und zur Abgabe eines Angebots auffordern. Mehr zur Verhandlungsvergabe.

Im Unterschwellenbereich, also für öfffentliche Aufträge unterhalb der Schwellenwerte, sind die Verfahrensarten mit ihrem Ablauf im jeweils 1. Abschnitt der VOB/A und VOL∕A bzw. der UVgO abschließend dargestellt.

Bei welchen Aufträgen sind welche Verfahrensarten laut Vergaberecht zulässig?

  • Bei Unterschwellenvergaben von Liefer- und Dienstleistungen nach VOL/A gilt grundsätzlich der Vorrang der öffentlichen Ausschreibung. Bei Vergaben gemäß UVgO stehen dem Auftraggeber nach seiner Wahl die öffentliche Ausschreibung und die beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb gleichberechtigt zur Verfügung.
  • Bei Bauausschreibungen im Unterschwellenbereich bleibt es gemäß VOB/A 2016 grundsätzlich beim Vorrang der öffentlichen Ausschreibung.
  • Im Unterschwellenbereich darf der Auftraggeber nur in vergaberechtlich begründeten Ausnahmefällen eine beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb oder eine freihändige Vergabe bzw. Verhandlungsvergabe durchführen.

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